2nd October 1909

Max Reger to Henri Hinrichsen, C.F. Peters Ltd & Co. KG

Object type
Letter
Date
2nd October 1909 (dated)
Sent location
-
Source location
DE,
München,
Bayerische Staatsbibliothek,
Fasc. germ. 61, 208

Senders
  • Max Reger

Incipit
Lieber Herr Hinrichsen!
Willkommen daheim; hoffentlich haben Sie u. Ihre […]

Regesta
hat über Paul Aron ein kleines Paket überbringen lassen, dieses enthält das Abendlied für die Gattin des E. [op. 76 Nr. 39] sowie ein »gar grausliches Bild« [eine Röntgenaufnahme von Regers Schädel] • weist auf einen besuch des Frankfurter Streichquartetts hin, das das neue Streichquartett op. 109 durchgehe, lädt den E. und dessen Frau dazu ein • weist auf verschiedene Konzerttermine des Symphonischen Prologs hin und dass er die Partitur mit Arthur Nikisch durchgehen werde • weist darauf hin, dass er den Rest des Psalms rechtzeitig eingesandt habe
Remarks
Referenced works

Publications

Max Reger, Briefwechsel mit dem Verlag C. F. Peters, hrsg. von Susanne Popp u. Susanne Shigihara, Bonn 1995 (= Veröffentlichungen des Max-Reger-Instituts, Bd. 13), S. 360–363

1.

Lieber Herr Hinrichsen!

Willkommen daheim; hoffentlich haben Sie u. Ihre verehrte Frau Gemahlin immer gutes Wetter gehabt u. schöne Fahrt!

Durch Hrn Aron hab’ ich Ihnen ein kleines Paquet gesandt; dasselbe enthält a) das Ihrer Frau Gemahlin für Hans Joachim dedicierte Abendlied [op. 76 Nr. 39], b.) ein gar grausliches Bild! Drehen Sie das Bild mal um, dann werden Sie auf der Rückseite genau verzeichnet sehen, was das Bild ist! Das ist doch eine Kateridee 1. Güte! Mir bot es ein Arzt in Colberg, der einen Röntgenapparat hat, an u. so ließ ich die Bilder machen, obwohl meine Frau zuerst nicht sehr entzückt war, daß ich zu Lebzeiten schon meinen Totenschädel photographieren lasse! Nehmen Sie diese meine „Stiftung“ freundlich entgegen; vielleicht hat die Sache mal einiges Interesse für Ihre Musikbibliothek.

Nun ein ander Bild!

Morgen (Sonntag) 3. Okt. nachmittags punkt 4 Uhr spielt das Frankfurter Streichquartett bei mir mein neues Streichquartett op 109; es sind dabei einige musikalische Bekannte.1 Wollen Sie nicht mit Ihrer Frau Gemahlin dazu kommen? Punkt 4 Uhr! Es wäre doch sehr nett, wenn Sie kämen! – Sollten Sie oder Ihre Frau Gemahlin von der Reise ermüdet sein, so nehme ich es Ihnen selbstredend nicht übel, wenn Sie nicht kommen u. Sich nicht gleich wieder mit „Regermusik“ „ästhetisch vergiften“ lassen wollen!

Die Berliner Aufführung meines Prologs [op. 108] ist am 8. November, die Hamburger am 3. Dezember; beide Male unter Arth. Nikisch mit dem Berliner philharm. Orchester!

Den 3. Theil des Psalms [op. 106] hab’ ich am 29. Sept. an Herrn Ollendorff gesandt; Sie sehen, also noch 2 Tage vorm 1. Okt! Am Montag (4. Okt) nachmittags nehme ich mit Nikisch den Prolog [op. 108] durch, damit er genau Bescheid weiß, wie ich das Ding haben will. Eine „urputzige“ Geschichte betreff des Prologes mit dem Münchner Tonkünstlerorchester will ich Ihnen erzählen, wenn wir uns treffen; die Sache ist urkomisch; es gibt eben Leute, die so „saudumm“ sind, daß da gar nichts zu machen ist.

Nun viel, viel beste Grüße von Haus zu Haus
immer Ihr ergebenster
Reger.

Sagen Sie mal, ist Folgendes denn wahr: Max Bruch u. Fr. Gernsheim sollen mich zu ihrem Leib- u. Magenkomponisten gewählt, sich je eine Büste von mir verschafft haben, vor der die beiden längere inbrünstige, tagtägliche Hausandachten verrichten???


1
Ebenfalls eingeladen waren u.a. Fritz Stein, Karl Straube und Adolf Wach.
Object reference

Max Reger to Henri Hinrichsen, C.F. Peters Ltd & Co. KG, 2nd October 1909, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_postObj_01002112.html, version 3.1.0, 23rd December 2024.

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